Was ist der Van Allen Gürtel?

Über den sogenannten „Van-Allen-Gürtel“ findet man im Internet (bzw speziell auf YouTube) fast schon mehr falsche als richtige Informationen, denn gerade bei Verschwörungstheoretikern ist er sehr beliebt, da er angeblich beweisen soll, dass die Mondlandung nie stattgefunden haben könne (mal heißt es, weil er undurchdringbar sei, mal die Strahlung dort sei zu stark), das ist natürlich nicht der Fall, aber was genau ist denn nun dieser „Van-Allen-Gürtel“?

Bei dem „Van-Allen-Gürtel“, bzw genau genommen den Van-Allen-Gürteln, es gibt nämlich nicht nur einen (es sind 3 um genau zu sein, auch wenn nur die ersten beiden von van Allen selbst entdeckt wurden, der dritte und äußerste wurde erst 2012, passenderweise durch die Van-Allen-Sonden, entdeckt), handelt es sich um, im Jahr 1958 von dem Physiker James van Allen entdeckte und durch das Magnetfeld der Erde hervorgerufene, Bereiche („Gürtel“) von unterschiedlich starker Strahlung um die Erde herum. Das Magnetfeld der Erde schützt uns zwar weitgehend vor der kosmischen Strahlung, doch entstehen dadurch auch Gebiete, eben diese Van-Allen-Gürtel, in welchen sich die hochenergetischen Teilchen der kosmischen Strahlung sammeln. Wenn sich nun zum Beispiel Satelliten (oder auch das Hubble Weltraumteleskop) durch diese Bereiche bewegen, muss deren Elektronik besonders gegen diese Strahlung abgeschirmt und teilweise sogar vorübergehend deaktiviert werden um keinen Schaden zu nehmen.

Dies bedeutet aber natürlich nicht, dass wir diese Gürtel nicht durchqueren können, auch wenn sie z.B. bei der Planung der Apollo Missionen durchaus berücksichtigt wurden und die Zeit, in der sich die Astronauten innerhalb der Van-Allen-Gürtel aufhalten mussten, so kurz wie möglich gehalten wurde. Die Astronauten waren bei den Apollo Missionen jeweils mit persönlichen Dosimetern ausgestattet, welche die Strahlung, der sie während der gesamten Mission ausgesetzt waren, genau aufzeichneten. Je nach Mission lagen die Strahlungswerte, denen die Astronauten ausgesetzt waren, zwischen 0.16 und 1.18 Rad, insgesamt waren z.B. die Astronauten der Apollo 14 Mission etwa 120 Millisievert ausgesetzt (in der Regel geht man davon aus, dass etwa 5 Sievert in kurzer Zeit nötig sind um eine tödliche Wirkung zu haben, also mindestens das ca 40-fache dessen, dem die Astronauten im Laufe einer ganzen Mission ausgesetzt waren). Das mag zwar immer noch viel klingen, ist aber tatsächlich schon durch ein paar Röntgenuntersuchungen erreicht, starke Raucher werden diese Werte (pro Jahr) oft sogar deutlich übersteigen. Die Van-Allen-Gürtel hindern uns also keineswegs daran den Mond zu erreichen. Von besagter Strahlung (welcher die Astronauten ausgesetzt waren) entstammt übrigens der größte Teil nicht einmal den Van-Allen-Gürteln sondern ist dem Aufenthalt in den Gebieten außerhalb dieser zu verschulden, da dort die kosmische Strahlung kaum noch durch das Magnetfeld der Erde abgeschirmt wird.

Die Van-Allen-Gürtel sind also eine ganz natürlich Folge der Tatsache, dass das Magnetfeld der Erde uns von der kosmischen Strahlung abschirmt, die sich dabei natürlich in bestimmten Bereichen sammelt und diese Gürtel bildet. Sie hindern uns aber nicht etwa zum Mond zu gelangen bzw allgemein unseren Planeten zu verlassen und wurden auch nicht künstlich von Aliens kreiert um uns „einzusperren“ (wie uns einige, offenbar geistig verwirrte, Youtuber ja gerne glauben machen würden).

Eine weniger bekannte Auswirkung der Van-Allen-Gürtel, sind übrigens die Polarlichter, diese entstehen wenn die Partikel des inneren Van-Allen-Gürtels die Erdatmosphäre streifen und damit zum Leuchten anregen. Ansonsten hat die Strahlung der Van-Allen-Gürtel kaum direkte Auswirkungen auf der Erde, abgesehen von der sogenannten „südatlantischen Anomalie“, einer Gegend vor der Küste Brasiliens, wo das Magnetfeld der Erde besonders schwach ist und dementsprechend hohe Strahlungswerte gemessen werden.

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