Die „369 Methode“: Wie man laut TikTok und YouTube alles erreicht


Unter anderem bei TikTok und YouTube machen zur Zeit diverse Videos die Runde, in denen eine sogenannte „369 Methode“ bzw „369 Manifestations-Methode“ beschrieben wird, mit der man angeblich so ziemlich alles erreichen könne, was man will – und angeblich soll sie auf den Theorien von Nikola Tesla basieren…


Was ist die „369 Methode“?

Damit fängt es schon an, denn es kursieren mehrere Varianten der Geschichte, die sich zudem noch stark voneinander unterscheiden, die, wie es aussieht, am weitesten verbreiteten dürften aber die folgenden sein:

Variante 1:

Hier, so heißt es, soll man sich ein ganz klares Ziel setzen, welches man erreichen möchte, und dieses soll man sich jeden Tag Morgens 3 mal, Mittags 6 mal und Abends 9 mal genau vor Augen führen, es ggf laut aussprechen, sich aufschreiben oder ähnliches.

Im Grunde also nichts ungewöhnliches, sondern nur eine Methode um seine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, natürlich wird man dadurch unbewusst vielleicht eher darauf hin arbeiten, ansonsten dürfte das aber keine spürbaren Auswirkungen haben, vor allem nicht explizit durch diese Zahlen (zu denen wir später noch kommen), man könnte genauso gut 2-4-6, 4-8-12 oder 13-23 benutzen, das würde wohl genauso viel (oder wenig) bringen.


Variante 2:

Bei der zweiten Variante soll man angeblich jemanden dazu „manipulieren“ können mit einem Kontakt aufzunehmen, in der Regel werden dabei auch explizite Messenger oder Social Media Portale als Medium genannt, funktionieren soll es ähnlich, man soll sich 3 mal „intensiv vorstellen“ wer einen anschreiben soll, 6 mal warum die betreffende Person das tun soll und, wer hätte es gedacht, dann noch 9 mal was der-/diejenige denn schreiben soll.

Angeblich soll das dann innerhalb kurzer Zeit wirklich passieren, funktionieren kann das aber natürlich nicht, zumindest nicht kausal mit dieser Methode zusammenhängend, sondern bestenfalls zufällig.


Variante 3:

Hier wird es richtig verrückt, denn bei dieser Methode geht man davon aus, dass man sich angeblich in einer „Matrix“ befinde, welche man verlassen müsse (reichte es da nicht einfach die rote Pille zu nehmen?).

Um dies zu erreichen solle man sich wiederum 3 mal Morgens, 6 mal Mittags und 9 mal Abends vor Augen führen, dass alles um einen herum in Wirklichkeit nicht echt sei und man eigentlich in einer Simulation lebe, das solle man so lange wiederholen bis man es nach einigen Tagen schaffe, aus der „Matrix“ auszubrechen. Wie „praktisch“ dass man offenbar nicht zurück kommen kann um davon zu berichten 😉


Teilweise wird außerdem davor gewarnt, dass man mit dieser Methode angeblich auch „schlimme Dinge“ heraufbeschwören könne, indem man sich z.B. nicht wünscht, dass jemand Kontakt aufnimmt, sondern dass jemand stirbt, sich verletzt oder ähnliches.

Natürlich kursieren auf TikTok und YouTube auch etliche Videos, die „beweisen“ sollen, dass diese Methode auch tatsächlich funktioniert, wobei man wohl davon ausgehen kann, dass über 90% der Videos gestellt sind – und der Rest einfach Zufälle.

Wer sich den Quatsch einmal selbst ansehen möchte, der sollte bei TokTok einfach nach Tags wie #manifestation oder #manifest, bzw bei YouTube nach „369“ suchen.

Während Variante 1 sicherlich zumindest psychologisch wirken könnte wird es bei Nr 2 wohl bestenfalls zufällig funktionieren (z.B. weil man sich jemanden aussucht, der einem sowieso täglich schreibt) und Methode 3 ist kompletter Unfug, es gibt zwar tatsächlich auch seriöse Wissenschaftler, welche die Simulationstheorie unterstützen bzw zumindest für möglich halten, doch geht es dabei in der Regel nicht um eine Simulation wie in dem Film „Die Matrix“, sondern darum, dass alles, was wir kennen, nur eine hochentwickelte Computersimulation sei, aus einer solchen könnte man aber niemals „entkommen“, da man dann in Wirklichkeit ja gar nicht existieren würde, man wäre einfach nur ein Haufen Code.

Übrigens: Dieser Mythos ist eigentlich schon etwas älter, bereits vor etwa 8-9 Monaten (von da sind zumindest die ältesten Videos / Berichte, die ich finden konnte) geisterte er mal ein bisschen durch YouTube und soziale Medien, damals jedoch noch fast ausschließlich im englischsprachigen Bereich, der richtige „Hype“ begann hierzulande aber erst vor wenigen Wochen und beschränkte sich dabei zunächst vorwiegend auf TikTok.

Was hat das mit Nikola Tesla zu tun?

Nikola Tesla selbst glaubte zwar natürlich nicht an diese Methode, die hat sich wohl erst vor kurzem jemand ausgedacht, doch war er zu seinen Lebzeiten tatsächlich von diesen Zahlen, 3, 6 und 9, geradezu „besessen“, er glaubte eine Art „neues Naturgesetz“ entdeckt zu haben, nach dem sich alles im Universum auf diese 3 Zahlen zurückführen ließe.

Das ging so weit, dass er nur Hotelzimmer beziehen wollte, deren Zimmernummer sich durch 3 teilen lässt, er seine Teller mit 18 Servietten reinigte oder 3 mal um ein Haus herum ging bevor er es betrat. Auch wenn Tesla ohne Frage ein Genie war, was das angeht galt er als äußerst exzentrisch.

Diese Verbindung bedeutet nun aber natürlich nicht, dass da irgendeine wissenschaftliche Grundlage hinter dieser Methode stecken würde, das wird auf YouTube und TikTok zwar gerne mal behauptet, schließlich war Tesla ja ein Wissenschaftler, doch abgesehen davon, dass er absolut auf diese Zahlen fixiert war, hat er nichts damit zu tun, das einzige, das man in Zusammenhang damit als „Wissenschaft“ bezeichnen könnte, wäre der besagte psychologische Effekt, was nun aber nun wirklich keine sonderlich neue oder aufregende Entdeckung darstellt. Wahrscheinlich versuchen diese YouTuber und „TikToker“ (nennt man die überhaupt so? kA) damit nur zu verhindern, dass man gleich auf den ersten Blick erkennt, was für ein Geschwurbel sie da von sich geben.

Wer mehr über Nikola Tesla’s Faszination für diese Zahlen (und was man alles auf sie zurückführen kann, wenn man unbedingt will) erfahren möchte, sollte sich am besten einfach mal die folgenden Videos ansehen:


Ist die „369 Manifestations-Methode“ gefährlich?

Ganz klar: Nein.

Die erste Variante mag wie gesagt durchaus einen psychologischen Effekt haben, aber da gibt es auch noch etliche andere „Motivationsmethoden“, mit denen man das gleiche erreicht, der Rest dagegen ist reine Spielerei und hat keinen wirklichen Effekt, es spielt keine Rolle, ob man sich z.B. wünscht, dass einen der beste Freund anruft, dass die Erde von einem Asteroiden zerstört wird oder was auch immer, falls es daraufhin wirklich passieren sollte ist das einfach Zufall (je nach Wunsch eben mehr oder weniger wahrscheinlich, dass es zutrifft), für das jeweilige Ereignis verantwortlich ist man dadurch aber natürlich nicht.

Also keine Sorge, selbst wenn sich tausende Menschen mit der 369-Methode das Ende der Welt wünschten, würde es dadurch nicht im geringsten wahrscheinlicher 😉


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