Konsole gehackt: GameCube und Wii Spiele auf Nintendo Switch

Nintendo SwitchDurch einen Hardware-Bug in dem Tegra X1-Chip, welcher unter anderem in der Nintendo Switch verwendet wird, war es den Hackern von “Fail0verflow” nun möglich, einen Dolphin-Emulator auf der Konsole zu installieren, womit es grundsätzlich möglich ist, auch Spiele zu starten, die für ältere Nintendo-Systeme wie GameCube oder Wii erschienen sind, als Beweis dafür posteten sie auf Twitter ein Foto, auf dem der Startbildschirm des 2002 erschienenen GameCube-Spieles “The Legend of Zelda: The Wind Waker” auf der Switch zu sehen ist.

Bereits vor ca 2 Monaten hatte Fail0verflow demonstriert wie man mit Hilfe dieser Schwachstelle eine Linux-Distribution auf der Switch booten kann, was allein allerdings auch nur ein Beweis für den Exploit darstellte, eine wirkliche Alternative zu einem normalen Tablet-PC wäre die Switch aufgrund ihres Preises nämlich sowieso nicht. Nachdem sie zunächst nichts näheres über die Schwachstelle verrieten und sowohl Nintendo als auch Chiphersteller NVidia davon in Kenntnis setzten, veröffentlichten sie nun sämtliche Informationen dazu auf GitHub.

Auch wenn es immer noch viele Fans älterer Spiele gibt wird der Exploit aber wohl kaum große Anwendung finden, da man dann die Online-Funktionen der Switch nicht mehr nutzen dürfte, dadurch könnte Nintendo nämlich den Exploit erkennen und den User ggf komplett sperren. Problematisch für Nintendo ist allerdings die Tatsache, dass sie diese Lücke nicht einfach durch einen Firmware-Patch beheben können, da es sich um eine Schwachstelle direkt in der Hardware handelt.

Wenn man bedenkt, dass Hacker, die nur über Umwege Zugriff auf das System der Switch bekamen, so (relativ) einfach diesen Emulator installieren konnten, fragt man sich natürlich, warum Nintendo so eine Funktion nicht selbst anbietet, angesichts der Beliebtheit vieler Spiele, die es bisher nur für ältere Konsolen gibt, würde ein solches Feature bestimmt gut bei den Usern ankommen.

Dass so etwas implementiert wird ist aber wohl eher nicht zu erwarten, wenn man bedenkt, wie lange es damals dauerte, bis die Musikindustrie erkannt hat, dass man Alternativen schaffen muss statt zu versuchen die “Piraten” zu verfolgen, hat schließlich auch lange genug gedauert (Napster startete 1999, Spotify als erste Alternative 2006), bis die Konsolenhersteller in der Gegenwart angekommen sind, wird also wohl ziemlich sicher mindestens schon die nächste Konsolengeneration aktiv sein 😉

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