Kosmische Expansion: Neue Messungen bestätigen Diskrepanzen

Während schon länger bekannt ist, dass sich unser Universum mit zunehmender Geschwindigkeit ausdehnt, sind sich Astronomen bis heute nicht einig, mit welcher Geschwindigkeit, repräsentiert durch die Hubble-Konstante, dies geschieht. Verschiedene Methoden der Messung ergeben hier nämlich Diskrepanzen, von denen man bisher noch vermutete es könnte einfach an Messungenauigkeiten liegen. Doch neue, besonders genaue, Messungen deuten nun auf andere, noch unbekannte, Gründe hin.

Ermittelt man die Hubble-Konstante nämlich anhand der gemessenen Hintergrundstrahlung des Universums, so kommt man auf einen Wert von ca 67 Kilometer pro Sekunde pro Megaparsec, während Messungen mit Hilfe von Supernovae, Gravitationslinseneffekten und Cepheiden bisher auf Werte zwischen 72 und 74 kamen. Dieser Wert wurde mit nun 73,45 Kilometer pro Sekunde pro Megaparsec durch die neuen und besonders genauen Messungen bestätigt, eine reine Messungenauigkeit als Grund für die Abweichung wurde somit noch unwahrscheinlicher.

Gleichzeitig stellt sich nun aber die Frage, was denn sonst der Grund für die Abweichungen sein könnte. Vermutungen gibt es da aktuell so einige, so könnte z.B. die dunkle Materie dafür verantwortlich sein, indem sie möglicherweise doch stärker mit normaler Materie und Strahlung wechselwirken könnte als bisher angenommen, auch die bisher rein hypothetischen „sterilen Neutrinos“ sind ein Kandidat und man zieht sogar in Betracht, dass die physikalischen Rahmenbedingungen im Kosmos gar nicht so konstant sind wie man bisher glaubte und sich der Einfluss der dunklen Energie mit der Zeit verändert habe.

Die neuen, genauen Messungen gelangen indem man mehrere Cepheiden in unserer Galaxie (in einer Entfernung von 6.000 bis 12.000 Lichtjahren) mit Hilfe des Hubble Weltraumteleskops über 4 Jahre lang beobachtete und dabei alle 6 Monate deren Position mit einer neuen Methode, bei der man neben der Flackerrate der veränderlichen Sterne auch ihre sogenannte „Parallaxenverschiebung“ (die scheinbaren Bewegungen der Sterne, die durch den weg der Erde um die Sonne entstehen) mit einbezog, ermittelte. Auf diese Weise konnte die Wahrscheinlichkeit, dass diese Diskrepanzen nur Zufall sind, auf ungefähr 1:5.000 reduzieren, so Adam Riess vom Space Telescope Science Institute in Baltimore, Maryland dem „Astrophysical Journal“ zufolge.

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