Fake-News verbreiten sich schneller als echte Nachrichten

Fake News - Bild: PixabaySchon während des US-Präsidentschaftswahlkampfes im Jahr 2016 wurde viel über Fake-News im Internet und speziell in den sozialen Medien diskutiert, damals machte man vor allem russische Bots dafür verantwortlich, doch wie eine aktuelle Studie zeigt sind automatisierte Bots weder die wichtigste, noch die effektivste Quelle für Fake-News, sondern offenbar ganz normale User. Wie es heißt verbreiten sich Fake Nachrichten auf Twitter unter normalen Usern sogar deutlich schneller als das bei echten / wahren Nachrichten der Fall ist, und das nicht nur ein bisschen schneller, sondern sie erreichen die gleiche Zahl an Usern im Schnitt ganze 6 mal so schnell.

Soroush Vosoughi, Hauptautor dieser Studie und Forscher am MIT, erklärte, ausschlaggebend für die Studie seien die vielen Fake News gewesen, die er in den sozialen Medien nach dem Bombenanschlag auf den Boston Marathon im Jahr 2013 in den sozialen Medien zu lesen bekam, da habe er realisiert, dass solche Gerüchte nicht einfach nur ein harmloser Spaß bei Twitter und co seien, sondern dass sie auch echten Einfluss auf das Leben von Menschen haben und diese verletzen können. Er und seine Kollegen sammelten daraufhin Daten aus fast 12 Jahren Twitter (seit dessen Gründung 2006) und suchten sich daraus etwa 126.000 Tweets (die von ca 3 Millionen Usern gut 4,5 Millionen mal geteilt worden waren) mit News-Inhalten heraus um diese zu analysieren und die Verbreitung der als wahr bestätigten News mit der der Fake News zu vergleichen. Dabei erreichten echte Nachrichten im Schnitt etwa 1.000 Twitter User, während Fake-News es regelmäßig sogar auf über 10.000 User brachten. Letztlich stellte sich heraus, dass sich bei allen möglichen Arten von Nachrichten die unwahren deutlich schneller und weiter verbreiten als die wahren, was aber speziell bei politischen Nachrichten problematisch sei.

Erstaunlicherweise hatten die User, welche die Fake-News verbreiteten, in der Regel noch nicht einmal mehr, sondern sogar weniger Follower, als solche, die echte News posteten. Daraufhin befassten sich die Forscher auf der Suche nach dem Grund dafür genauer mit den jeweiligen Inhalten der Tweets und stellten fest, dass es sich bei den Fake-News vor allem um neuere „Informationen“ handelte, welche von den Fakern natürlich bewusst so gestaltet werden, dass die besonders interessant wären, wenn sie denn stimmen würden.

Also: Nicht immer einfach alles glauben, was ihr so bei Twitter, Facebook und co lest, denn die Wahrscheinlichkeit, dass das Ganze nicht der Wahrheit entspricht, ist offenbar deutlich größer, als die meisten denken würden (und sich über den Wahrheitsgehalt erst mal selber zu informieren bevor man etwas teilt kann sicher auch nicht schaden^^).

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