Arecibo Radioteleskop eingestürzt


Das Arecibo Radioteleskop in Puerto Rico, mit welchem die Menschheit im Jahr 1974 erstmals gezielt ein Signal ins Weltall sendete, hatte in den letzten Monaten schon mehrfach Beschädigungen davon getragen, weshalb sich die National Science Foundation erst am 19. November dazu entschied, das Observatorium endgültig stillzulegen.


Ein genaues Datum dafür hatte man zwar noch nicht festgelegt, doch das hat sich nun von selbst erledigt, am Morgen des heutigen 01. Dezember 2020 gegen 8 Uhr Ortszeit stürzte nämlich die fast 900 Tonnen schwere Empfangsplattform in den gewaltigen Hauptspiegel (305 Meter Apertur).

Das Arecibo Teleskop war seit seiner Fertigstellung im Jahr 1963 lange Zeit das mit Abstand größte Radioteleskop der Welt, Anfang 2020 wurde es jedoch von dem chinesischen FAST Teleskop abgelöst, dessen Hauptspiegel sogar einen Durchmesser von 500m erreicht (auch wenn die Apertur mit 300m knapp unter der des Arecibo Teleskops liegt).

Genau genommen gibt es zwar noch deutlich größere Radioteleskope, z.B. das russische RATAN 600, das ALMA oder ähnliche, jedoch bestehen diese jeweils aus einem Zusammenschluss vieler kleinerer Teleskope / Spiegel, und nicht aus einem einzigen großen.


Schon am 20. August 2020 war am Arecibo Telekop ein Stahlseil gerissen, welches zur Stabilisierung der Empfängerplattform diente und dabei ein 30m langes Loch im Hauptspiegel hinterließ. Nachdem dann am 06. November auch noch eines der tragenden Halteseile der Empfangseinheit riss und dabei für weitere Schäden sorgte, entschied man sich kurz darauf zu einer kompletten Stilllegung und dem Abriss der Anlage.

Überraschend kam der Einsturz allerdings nicht wirklich, wie Ramon Lugo, welcher Direktor des Florida Space Institute an der Universität von Florida ist und und das Teleskop für die NSF verwaltete, erklärte dem Science Magazine gegenüber, dass er die NSF erst vor kurzem darüber informiert habe, dass die Halteseile wohl bestenfalls noch für 1-2 Wochen halten würden.



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