Sorgte ein Polsprung für Massenaussterben?


Vor etwa 41.000 bis 42.000 Jahren fand auf der Erde ein vorübergehender Polsprung statt, das heißt der Nord- und Südpol tauschten ihre Plätze, und eine neue Studie sieht nun einen Zusammenhang zwischen diesem Ereignis und deutlichen Veränderungen in der Umwelt, welche auch mit für das Aussterben diverser Säugetierarten verantwortlich gewesen sein könnten.


Mit Hilfe von neuen, präzisen Daten, welche man durch die Radiokarbondatierung (auch als „C14-Methode“ bekannt) von fossilen Bäumen erhielt, konnten Wissenschaftler nun erstmals Zusammenhänge zwischen Klimaveränderungen, dem Aussterben von Säugetieren und sogar dem Verhalten der Menschen damals mit einem Polsprung nachweisen. Solche Zusammenhänge hatte man übrigens zuvor bereits vermutet, doch bisher konnte man diesbezüglich keine Korrelationen nachweisen. Nun konnte man jedoch mit Hilfe von in Neuseeland gefundenen Fossilien des Kauri Baumes erstmals eine Verbindung zu dem als Laschamp-Ereignis bezeichneten Polsprung herstellen.

In Computersimulationen stellte man fest, dass die durch das geschwächte Erdmagnetfeld erhöhte Menge geladener Partikel, welche in die Erdatmosphäre vordrangen, die Produktion von atmosphärischem Wasserstoff sowie Stickstoffoxid begünstigen worden sei, welche dann wiederum für eine Schwächung der Ozonschicht gesorgt haben könnten. Da durch eine schwächere Ozonschicht weniger ultraviolette Strahlung absorbiert wurde, führte dies letztlich zu starken klimatischen Veränderungen auf der ganzen Welt.

Dabei war allerdings der Polsprung selber nicht einmal der kritischste Zeitpunkt, während das Magnetfeld der Erde beim Polsprung selbst noch etwa 28 Prozent seiner heutigen Stärke besaß, wurde es in den Jahrhunderten davor sogar auf teils nur 6 Prozent abgeschwächt.

Diese Erkenntnis könnte auch für uns heute noch von großer Bedeutung sein, der nächste Polsprung ist nämlich schon längst überfällig und die ersten Vorboten sieht man auch bereits ganz klar, so bewegt sich der magnetische Nordpol derzeit mit etwa 40 Kilometern im Jahr in Richtung Nordwesten und könnte einer Studie aus dem vergangenen Jahr zufolge im Laufe dieses Jahrzehnts bereits 500km weiter mitten in Sibirien liegen.


Info:
Um genau zu sein handelt es sich bei dem Laschamp-Ereignis übrigens um keinen „echten“ Polsprung, da die Pole bereits kurze Zeit später wieder auf ihre ursprüngliche Position zurückkehrten, solche Ereignisse werden vielmehr als „Exkursionen“ bezeichnet.

Echte Polsprünge finden auf der Erde im Durchschnitt alle 250.000 Jahre statt, das konnte man durch die Untersuchung alter Gesteinsschichten herausfinden, in welche sich die Ausrichtung des Erdmagnetfeldes quasi „eingebrannt“ hat. Der letzte echte Polsprung ist nun allerdings bereits 780.000 Jahre her, weshalb der nächste wie bereits erwähnt schon mehr als überfällig ist, wir müssen also jederzeit mit einem solchen Ereignis rechnen, und gerade im Zusammenspiel mit dem menschengemachten Klimawandel könnte sich das, diesen neuen Erkenntnissen zufolge, umso schlimmer auf unser Leben auswirken.


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