Gibt es gar keine dunkle Energie?


Seit dem Urknall vor etwa 13,8 Milliarden Jahren dehnt sich unser Universum kontinuierlich immer weiter aus, während diese Expansion am Anfang kurzfristig sehr schnell statt fand (die sogenannte „Inflation“) verlangsamte sie sich nach etwa 380.000 Jahren zunächst deutlich, beschleunigt sich aber laut Beobachtungen, für die Saul Perlmutter, Brian P. Schmidt und Adam Riess 2011 den Nobelpreis für Physik erhielten, mittlerweile wieder, und zwar immer schneller. Doch genau das will ein Wissenschaftler von der Oxford Universität in einer bereits 2015 veröffentlichten Publikation widerlegt haben, was bedeuten würde, das einfach mal viele Annahmen über unser Universum gar nicht stimmen, so wie die dunkle Energie.

Auch wenn andere Wissenschaftler bereits damals der Meinung waren, dass dieser Theorie unter anderem alte und / oder unpassende Daten zu Grunde lägen, veröffentlichten Subir Sarkar und seine Kollegen erst kürzlich erneut eine Publikation in welcher sie Zweifel an der Korrektheit der Berechnungen der Geschwindigkeit der Ausdehnung des Universums zum Ausdruck brachten, und erhitzten die Debatte über dieses Thema damit erneut.

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Dass sich das Universum beschleunigt ausdehnt erkannten die oben genannten Astronomen durch die Auswertung der Beobachtung von Supernovae des Typs 1a in entfernten Galaxien. Von diesen speziellen Supernovae weiß man, dass sie (vor Ort) immer gleich hell leuchten, weshalb man aus dem Licht, welches von ihnen noch bei uns ankommt, auf deren ungefähre Entfernung schließen kann.

Ob sich diese Galaxien dabei auf uns zu oder von uns weg bewegen lässt sich dabei an ihrer Rotverschiebung erkennen, bei Galaxien, die sich von und entfernen, ist deren Licht nämlich ins rote Spektrum verschoben, bei Galaxien, die sich auf uns zu bewegen dagegen ins blaue. Dies geschieht zum durch einen Doppler-Effekt, wie man ihn vom Schall kennt, aber auch dadurch, dass der Raum zwischen uns und diesen Galaxien selbst sich weiter ausdehnt, also im Grunde neuer Raum entsteht, wodurch die Galaxien sich noch schneller zu entfernen scheinen. Dabei stellte man unter anderem fest, dass sich nur relativ nahe liegende Galaxien teilweise auf uns zu bewegen, die weit entfernten dagegen entfernen sich nur immer weiter, egal in welche Richtung man auch blickt.

Um die Geschwindigkeit zu ermitteln, mit der sich das Universum ausdehnt, muss man nun natürlich die Geschwindigkeit, mit der sich die Galaxien tatsächlich im Raum bewegen, möglichst genau ermitteln und von der Gesamtgeschwindigkeit abziehen – und genau hier soll den Wissenschaftlern damals, so Subir Sarkar von der Oxford Universität, ein Fehler unterlaufen sein. Er nimmt an, dass die wirkliche Geschwindigkeit der Galaxien im Raum falsch gemessen / berechnet wurde und dadurch auch die errechnete Ausdehnungsgeschwindigkeit des Universums nicht stimmen könne.

Sollte Sarkar mit seiner Annahme tatsächlich richtig liegen, so könnte dies unser Bild vom Universum quasi komplett „über den Haufen werfen“, da die dunkle Energie, von der wir bisher annehmen, dass sie etwa 68% des Universums ausmacht, möglicherweise bedeutend schwächer ist oder gar überhaupt nicht existiert.

Bis heute fand diese These in der Wissenschaft allerdings keinen großen Anklang, was aber auch nicht wirklich verwundert, denn welcher Wissenschaftler möchte sich schon gerne vorwerfen lassen „falsch gerechnet“ zu haben? Doch auch Sarkar scheint noch keine überzeugenden Beweise gefunden zu haben, welche seine Behauptungen untermauern würden.


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