Zement aus Mondstaub und Urin?


Es mag sich zunächst sehr ungewöhnlich anhören, doch Forscher aus Norwegen haben kürzlich eine Studie veröffentlicht, in welcher sie aufzeigen, dass man aus Mondstaub in Kombination mit Urin, bzw dem darin enthaltenen Harnstoff, eine Art Zement herstellen kann, den man wiederum zum Bau von Gebäuden wie zum Beispiel einer Mondbasis benutzen könnte. In einem Experiment mit künstlichem Mondstaub konnten die Chemikerin Anna-Lena Kjøniksen und ihre Kollegen jedenfalls bereits erfolgreich einen Zementersatz herstellen.


Auch wenn das merkwürdig erscheinen mag, ist es natürlich durchaus sinnvoll solche Methoden zu entwickeln, schließlich spart jedes Kilogramm an Fracht, das man für zum Beispiel eine Mondbasis nicht extra von der Erde dort hin transportieren muss, eine ganze Menge Geld, kostet doch der Transport von einem Kilogramm zur ISS z.B. bereits ungefähr 25.000 US-Dollar, und der Mond ist schließlich noch einmal deutlich weiter entfernt (fast 1.000 mal weiter).


Letztlich würde auch das natürlich nicht so viel einsparen, wie es zunächst erscheint, denn die Astronauten brauchen ja immer noch entsprechend Wasser um das Urin zu „produzieren“, dieses müsste also weiterhin zusätzlich auf den Mond transportiert werden, man würde sich aber den Baustoff / Zement selber sparen, wenn man stattdessen Mondstaub benutzen würde.

Mondstaub besteht zu einem recht großen Anteil aus Silizium und Aluminiumoxid, eine vergleichbare künstliche Mischung kombinierten die Forscher in ihrem Experiment mit Harnstoff in Pulverform (welchen sie allerdings hier nicht aus menschlichem Urin gewonnen, sondern einfach in Reinform gekauft hatten), das Ergebnis konnte anschließend sowohl leichter Belastung als auch Temperaturwechseln stand halten. Man plant dieses Experiment aber noch unter „verschärften“ Bedingungen zu wiederholen, die denen auf dem Mond ähnlicher sind, also vor allem im Vakuum und bei extremeren Temperaturen (je nachdem, ob die Sonne scheint oder nicht, können die Temperaturen auf dem Mond schließlich zwischen -160° und +130° Celsius schwanken).



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