Sudan: Berühmtes Nashorn ist tot

Das letzte männliche Exemplar des nördlichen Breitmaulnashorns ist tot, im Alter von 45 Jahren litt das Tier an diversen altersbedingten Problemen weshalb sich die Ärzte im Wildtierreservat Ol Pejeta in Kenia am gestrigen Montag dazu entschieden ihn einzuschläfern. Damit ist die Subspezies der nördlichen Breitmaulnashörner nun quasi ausgestorben, die einzigen noch lebenden Exemplare sind nun die Tochter sowie die Enkelin des verstorbenen Sudan. Das heißt also, dass es keine natürliche Möglichkeit mehr gibt sie vor dem Aussterben zu bewahren, es bleibt nur noch eine künstliche Befruchtung mit bereits vor längerer Zeit eingelagerten männlichen Samenzellen, dies wurde jedoch noch nie zuvor bei Nashörnern versucht und könnte das Wildreservat Medienberichten zufolge bis zu 9 Millionen Dollar kosten.

Sudan erlangte weltweite Bekanntheit nachdem man, um Spenden zu sammeln, für ihn ein eigenes Profil bei der Dating-App Tinder eingerichtet hatte, was mit bisher eingenommenen ca 250.000$ zwar durchaus recht erfolgreich war, aber bei benötigten 9 Millionen natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Wer den Versuch der Reproduktion unterstützen möchte kann dies über die offizielle Webseite des Wildreservats tun: http://www.olpejetaconservancy.org/support-us/

Während es im jahr 1960 noch über 2.000 Exemplare dieser Tiere gab ist die Population in relativ kurzer Zeit bis in den einstelligen Bereich zurückgegangen, bis zu den heute nur noch 2 lebenden Weibchen, Grund dafür ist vor allem die Wilderei, da das pulverisierte Horn der Tiere in einigen asiatischen Ländern für Medizin gehalten und sehr teuer bezahlt wird. Neben dem nördlichen Breitmaulnashorn gelten übrigens auch alle 5 anderen noch lebenden Nashornarten als vom Aussterben bedroht.

Auch wenn künstliche Befruchtung beim Menschen heutzutage nichts ungewöhnliches ist, versucht man es bei (teilweise) ausgestorbenen Tierarten bisher vergeblich, so wollte man z.B. auch schon das Wollmammut oder den Beutelwolf / tasmanischen Tiger auf diese Art wieder zurück bringen, scheiterte dabei aber vor allem an den zu alten Gewebeproben und dem Fehlen eines möglichst nahe verwandten Tieres, welches als “Mutter” fungieren könnte.

Während zwar nicht alle Tierarten dabei ein solches Medieninteresse auslösen sind Nashörner aber bei weitem nicht die einzigen Betroffenen, jedes Jahr sollen aktuell bis zu 58.000 Tierarten komplett verschwinden. Damit kann man sogar schon von einem neuen, vom Menschen mit verursachten, Massenaussterben sprechen, dem somit sechsten dieser Art in der Geschichte unseres Planeten.

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