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Schon seit einiger Zeit suchen Wissenschaftler nach Möglichkeiten um dem, sich ständig erwärmenden, Klima der Erde entgegen zu wirken, eine beliebte Idee ist es dabei z.B. eine Art „Sonnenschirm“ in die Atmosphäre einzubringen, zum Beispiel durch verschiedene Stoffe, die man in der Atmosphäre verteilen möchte, damit sie einen Teil der Sonnenstrahlung abhalten. Die verschiedenen Ansätze sind mal mehr, mal weniger sinnvoll und erinnern teils gar an die Verschwörungstheorien von sogenannten Chemtrails, doch gibt es auch durchaus ernsthafte Wissenschaftler, die sich damit beschäftigen.


Während man Experimente diesbezüglich, wenn überhaupt, bisher nur im kleineren Rahmen durchgeführt hat, könnte etwas ähnliches, einer neuen Studie zufolge, schon einmal auf ganz natürliche Art und Weise stattgefunden haben. Ein Team von Wissenschaftlern um den Geologen Birger Schmitz von der schwedischen Lund Universität vermutet nämlich, dass vor etwa 466 Millionen Jahren ein gewaltiger Asteroid von ca 150 Kilometern Durchmesser aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter bei einer Kollision mit einem anderen Asteroiden explodiert und in viele kleine Stücke zerborsten sei, welche anschließend unter anderem auch auf der Erde nieder gingen.

Neben den vielen kleinen Meteoriten soll durch diese Explosion aber auch eine riesige Staubwolke entstanden sein, welche sich für viele Jahre in und um die Atmosphäre der Erde legte und damit die Sonneneinstrahlung deutlich reduzierte, was dann vor 466 Millionen Jahren zu einer deutlichen Abkühlung des Erdklimas und damit einer langen Eiszeit führte.

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Wie es heißt soll dies, zusammen mit den stark angestiegenen Meteoriteneinschlägen, aber nicht unbedingt negative Auswirkungen gehabt haben. So könnte dieser Vorfall möglicherweise mit verantwortlich für den sogenannten „Great Ordovician Biodiversification Event“ (GOBE) gewesen sein, der größten Zunahme der Artenvielfalt auf der Erde seit der kambrischen Explosion. Überreste dieser Kollision fallen den Forschern zufolge bis heute auf die Erde und sowohl aktuelle als auch fossile Meteoriten lassen sich aufgrund ihrer Zusammensetzung auf dieses Ereignis zurückführen.

Um der aktuellen Erderwärmung entgegen zu wirken würde einer Studie von 2012 zufolge übrigens bereits ein deutlich kleinerer Asteroid ausreichen, man errechnete damals, dass schon der Erdnahe Asteroid 1036 Ganymed mit seinen etwa 32 Kilometern Durchmesser ausreichen würde um eine Staubwolke zu erzeugen, welche die Sonneneinstrahlung um etwa 6,6% reduzieren würde, mehr als das 4-fache der circa 1,7% die den Wissenschaftlern zufolge nötig wären um die in den nächsten Jahren erwartete Erderwärmung von 2°C zu kompensieren.

doi:10.1126/science.aaz5500 / ScienceMag



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