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Wie Forscher:innen kürzlich in Scientific Reports berichteten ist es ihnen erstmals gelungen, einen Menschenaffen, um genau zu sein einen Orang-Utan, dabei zu beobachten, wie er eine Verletzung selbst behandelt. Grundsätzlich wäre das nun noch nicht all zu ungewöhnlich, doch der Orang-Utan benutzte dazu eine Heilpflanze, welche auch von uns Menschen in der Medizin verwendet wird.


Ein Orang-Utan behandelt sich mit einer Heilpflanze

Am 25. Juni 2022 beobachtete der Biologe Ulil Azhari einen Sumatra-Orang-Utan namens Rakus im Forschungsgebiet Suaq Balimbing des Gunung Leuser Nationalparks in Indonesien, einem Gebiet, in dem ca 150 dieser Tiere leben und dort bereits seit 1994 von Forscher:innen untersucht werden, wie dieser eine Lianenpflanze, welche den lokalen Namen Akar Kuning trägt, zerkaute und auf eine offene Wunde in seinem Gesicht auftrug. Die Wunde hatte er sich einen Tag zuvor im Kampf mit einem anderen Männchen zugezogen.

(Das Artikelbild ist ein KI-generiertes Beispielbild eines Orang-Utan, die Orignalbilder findet ihr hier.)

Die besagte Lianenpflanze hat eine lange Tradition bei den lokalen Einwohnern und enthält nachgewiesen diverse medizinisch wirksame Bestandteile, darunter antibakterielle und entzündungshemmende Wirkstoffe.

Eine bedeutende Beobachtung

Von dieser Beobachtung, welche wie gesagt eigentlich schon 2022 statt fand, las nun kürzlich Isabelle Laumer, eine kognitive Biologin am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz, sie war nach eigener Aussage „sofort sehr aufgeregt“, da ihr die Bedeutung dieser Beobachtung sofort klar war.

„Er behandelte nur diese Wunde und keine andere Körperstelle. Und das wurde wiederholt gemacht.“, so Laumer.

Rakus (der Orang-Utan) hatte die Planze offensichtlich ganz bewusst ausgewählt und bearbeitet um seine Verletzung zu behandeln, nur 5 Tage nach der Beobachtung sei die Wunde geschlossen gewesen und habe sich nicht infiziert. Wie es heißt gebe es zwar einige Tiere, insbesondere Primaten, die Dinge auf schmerzende Stellen auftragen um diese Schmerzen zu lindern, jedoch sei es das erste Mal, dass man beobachten konnte, dass dafür gezielt eine Pflanze ausgewählt wurde, welche erwiesenermaßen über entsprechende medizinische Eigenschaften verfügt. Die Orang-Utans müssten im Grunde also zu einem früheren Zeitpunkt bereits die Wirkung dieser Pflanze nicht nur erkannt, sondern diese Information auch weitergegeben haben.

Fazit

Damit wären diese Orang-Utans also selbst vielen Menschen einen großen Schritt voraus, im Gegensatz zu Schwurblern wie beispielsweise Homöopathen oder Anthroposophen nutzen sie schließlich tatsächlich wirksame Methoden um ihre Verletzungen zu behandeln.



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