You are currently viewing Geisteskrank: Schizophrenie durch Katzen?
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Spätestens seit der verrückten Katzenlady aus „Die Simpsons“ wissen wir ja, dass Katzen und Geisteskranke scheinbar irgendwie magisch voneinander angezogen werden… Nun aber liest man in den Medien vermehrt, dass da wohl tatsächlich etwas dran sein soll, also dass Katzen, wenn auch über Umwege, für die Geisteskrankheiten ihrer Besitzer verantwortlich sein könnten, doch inwiefern stimmt das denn nun?


Zunächst einmal sind Katzen natürlich nicht direkt und auch nicht zwingend für jede Geisteskrankheit verantwortlich, an der ihre Besitzer unter Umständen leiden, aber sie könnten über einen Parasiten mit dem Namen Toxoplasma gondii, welcher über den Kot der Tiere verbreitet wird, damit in Zusammenhang stehen. Was auf jeden Fall stimmt ist, dass es mittlerweile wohl mehr als 100 Studien gibt, die eine Korrelation zwischen einer Infektion mit diesem Parasiten, der das Gehirn befällt, und Geisteskrankheiten wie Schizophrenie aufzeigen.

Eine Infektion mit diesem einzelligen Parasiten ist allerdings auch keineswegs selten, in den USA sind Science zufolge etwa 40% der Katzen und 11% der Menschen betroffen, wobei die Rate in Gegenden mit schlechter sanitärer Versorgung oder in denen viel rohes Fleisch gegessen wird, auch deutlich höher ausfallen kann.

Dass die Infektion mit Toxoplasma gondii, die man als „Toxoplasmose“ bezeichnet, tatsächlich auch Krankheiten wie Schizophrenie hervorruft und nicht nur zufällig, ggf aus völlig anderen Gründen, in Korrelation damit auftritt, ist jedoch noch nicht wirklich bewiesen, Katzenfreunde müssen also zunächst nicht befürchten wegen ihrer Lieblinge bald eingewiesen zu werden 😉

Alleine aufgrund der Seltenheit von Schizophrenie (und der Häufigkeit des Parasiten) wären Wissenschaftlern zufolge sehr große Studien mit ggf zehntausenden von Probanden nötig (von denen man zudem genau wissen müsste, wann sie sich mit Toxoplasma gondii infiziert haben), bisher stützen sich die Vermutungen wohl hauptsächlich auf Untersuchungen an Nagetieren, welche offenbar nach einer Infektion häufig die Angst vor Katzen zu verlieren scheinen, was auf Veränderungen im Gehirn schließen lässt.

Sorgen machen muss man sich als Katzenbesitzer wie gesagt jedenfalls nicht, denn selbst falls sich in Zukunft ein tatsächlicher Zusammenhang zwischen Toxoplasma gondii und Schizophrenie oder anderen Geisteskrankheiten herstellen lassen sollte, sei die Gefahr laut Science ausgerechnet deswegen zu erkranken verschwindend gering, selbst Dinge wie „in einer Stadt leben“ stellen wahrscheinlich einen größeren Risikofaktor dar.

Und da es in dem Zusammenhang wieder einmal sehr wichtig ist den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität zu verstehen, hier noch ein imho sehr informatives Video zu dem Thema:



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