Point Nemo: Entlegenster Ort der Welt ist unser Weltraum-Schrottplatz


Point Nemo, so bezeichnet man, in Anlehnung an Kapitän Nemo aus Jules Vernes Roman „20 000 Meilen unter dem Meer“, den wohl abgelegensten Ort auf diesem Planeten, er befindet sich mitten im Pazifik und bis zum nächsten Land hat man von dort aus mindestens 2688 Kilometer Ozean vor sich, danach gelänge man, vorausgesetzt man schafft es den Kurs genau zu halten, nach „Ducie“, einem unbewohnten Atoll welches zu den britischen Pitcairninseln gehört, in jede andere Richtung würde es noch (teils deutlich) länger dauern bis man auf Land stößt.


Entdeckt bzw bestimmt wurde Point Nemo erstmals im Jahr 1992 durch den kroatisch-kanadischen Vermessungsingenieur Hrvoje Lukatela und seine besonders abgelegene Lage erregte bald die Aufmerksamkeit der NASA und anderer Weltraumagenturen. Denn wenn man Weltraum-Müll loswerden will eignet sich die Gegend um Point Nemo natürlich besonders um größere Teile wie unbemannte Raumkapseln und ähnliches, welche nicht komplett verglühen, dort kontrolliert zum Absturz zu bringen ohne dass man riskiert dabei bewohntes Gebiet zu treffen.

Während man am Point Nemo so unter anderem bereits im März 2001 die russische Raumstation Mir „entsorgt“ hatte, wurde nun bekannt, dass auch die internationale Raumstation ISS dort einmal ihr Ende finden wird, wenn sie voraussichtlich im Jahr 2030 ihren Dienst endgültig einstellt.

Dabei wurde Point Nemo für diesen Zweck nicht ausschließlich wegen seiner Entfernung zu den nächsten von Menschen bewohnten Orten gewählt, sondern auch weil dieser Ort zudem als einer der „biologisch inaktivsten“ in den gesamten Weltmeeren gilt, Clownfische und co wird man dort also wohl nirgends vorfinden. Das liegt unter anderem natürlich auch an der Entfernung zu den nächsten Landmassen, weshalb von dort schon einmal kaum Nährstoffe in diese Gegend geraten, außerdem verhindern Meeresströmungen, dass nährstoffreicheres Wasser von „außen“ dort hin gelangt.

So ganz kann man sich aber selbst am Point Nemo nicht den Einflüssen der menschlichen Zivilisation entziehen, denn selbst an diesem abgeschiedenen Ort konnten Forscher 2018 bereits Mikroplastik im Wasser nachweisen…



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