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Das Fermi Paradoxon (3): Selbstauslöschung


Die Selbstauslöschung ist wohl eine der, leider, wahrscheinlicheren Erklärungen für das Fermi Paradoxon, hier wird davon ausgegangen, dass es im Universum zwar relativ häufig dazu kommen müsste, dass Leben entsteht und sich dabei ggf auch eine intelligente Spezies entwickelt, doch dass solche, ab einem gewissen technologischen Stand, dazu neigen, sich selbst auszulöschen.


Während man dabei früher eher an Szenarien wie einen weltweiten Atomkrieg oder ähnliches dachte, wäre heutzutage wohl eine Klimakatastrophe mit Abstand am naheliegendsten, aber auch Dinge wie z.B. die Vernichtung der Menschheit durch künstliche Intelligenz (wie z.B. aus der „Terminator“ Reihe bekannt) oder ein graue Schmiere Szenario könnten mögliche Ursachen für die Selbstauslöschung einer Spezies sein.

Bezüglich des Fermi Paradoxon wäre hier vor allem wichtig, wie schnell eine solche Selbstauslöschung im Schnitt stattfindet, wie schon in dem Artikel über die möglichen 36 intelligenten Zivilisationen in der Milchstraße erwähnt, wäre es alleine schon Aufgrund der großen Entfernungen wichtig, dass mehrere intelligente Zivilisationen sich nicht nur ungefähr zeitgleich entwickeln, sondern dann auch, nach erreichen des nötigen technologischen Fortschritts, den man benötigt um auch nur theoretisch mit einer anderen Zivilisation in Kontakt zu treten, noch lange genug „durchhalten“.

Geht man nämlich, wie in besagter These, von 36 ungefähr gleichmäßig auf unsere Galaxie verteilten Zivilisationen aus, so wären diese im Schnitt 17.000 Lichtjahre voneinander entfernt, es wären also mindestens 34.000 Jahre nötig, damit eine Zivilisation auch nur theoretisch eine Antwort auf ihre allerersten Signale erhalten könnte. Bedenkt man also nun, dass wir Menschen erst seit etwas mehr als 100 Jahren überhaupt Technologien besitzen, deren Signale irgendwann einmal von einer anderen Spezies empfangen werden könnten, und dass uns nur um die 200 Jahre Industrialisierung gereicht haben um an den Rand einer Klimakatastrophe zu gelangen, sehen unsere Chancen, die Antwort, die uns unter Umständen in etwa 33.900 Jahren erreicht, dann auch empfangen zu können, wohl nicht gerade gut aus.

Dazu kommt natürlich, dass es nicht nur eine Spezies schaffen müsste ihre Selbstauslöschung abzuwenden, sondern mindestens 2, und sollten diese sich zufällig an entgegengesetzten Seiten der Milchstraße befinden, würden sie wahrscheinlich trotzdem nie voneinander erfahren (selbst theoretisch würde es ja über 50.000 Jahre dauern bis uns eine Nachricht von dort erreichen könnte, falls sie es überhaupt durch das Zentrum der Galaxie schafft). Und natürlich muss die Auslöschung auch nicht zwingend selbst verursacht sein, auch Ereignisse wie der Einschlag eines größeren Asteroiden, ein Gamma-Ray-Burst, der die Erde trifft oder ähnliches könnten uns, oder andere Zivilisationen, vernichten bevor wir voneinander erfahren können.

Demzufolge wäre es also, selbst wenn eine Selbstauslöschung nicht zwingend sondern nur gelegentlich auftreten sollte, recht wahrscheinlich, dass verschiedene intelligente Zivilisationen niemals auch nur von der Existenz der jeweils anderen erfahren würden.

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